Dienstag, 10. April 2007

portugal


Der Norden Portugals zeigt ein ganz anderes Gesicht als der touristische Süden. Hier, in der Nähe von Porto findet man verwinkelte Gassen aus Kopfsteinpflaster und Bauern, die ihre Felder und Weinreben wie vor vielen Jahren bearbeiten. Die Landschaft ist grüner, es regnet mehr, doch die Idylle kann eine harte Wahrheit nicht trügen. Der Alltag ist hart, es gibt wenig Arbeit, niedrige Löhne und seit dem EU-Eintritt höhere Preise.

Die Leute hier sind anders als ihre spanischen Nachbarn, irgendwie ruhiger, melancholischer, und auf der anderen Seite doch neugierig und sehr sehr freundlich. Sie lassen sich leicht verlegen und auch stolz fotografieren, " geh ins Ausland", raten sie, "denn hier gibt es keine Arbeit." Rund 10 Millionen Portugiesen gibt es, und von ihnen arbeiten 2 Mio. ausserhalb ihres Landes. Die Nachwehen der langen Diktaturzeit spürt das Land noch heute.

Und doch schimpfen sie nicht, sondern freuen sich, über den Frühling, das neue Enkelkind, "vai com deus", geh mit Gott, sagen sie, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zuwenden.